Pigmente

Pigmente

 

Farbpigmente werden grundsätzlich in organische und anorganische Pigmenttypen eingeteilt. 
Beide Pigmenttypen besitzen unterschiedliche Eigenschaften.
 
Anorganische Pigmente
Anorganische Pigmente werden in natürliche und synthetisch anorganische Pigmente unterteilt.
Zur ersten Gruppe gehören Erden wie gelber Ocker, Umbra oder Grüne Erde sowie mineralische Pigmente wie Azurit, Malachit, Lapis Lazuli, oder Zinnober.
 
Zur zweiten Gruppe gehören anorganische Pigmente wie etwa Eisenoxidpigmente, Cadmium, Chromoxidgrün, Kobalt, Ultramarinblau oder Titandioxid.
 
Natürliche anorganische Pigmente
Obwohl diese Pigmente natürlich vorkommen, sind für die Verwendung von künstlerischen Farbsystemen oft Modifikationen notwendig. In den meisten Fällen werden diese Pigmente mittels mechanischer Aufbereitung so lange bearbeitet bis ein feines Pulver gewonnen wird. 
 
Wir leben in einer modernen Welt, in der das Wort "natürlich" in der Regel mit höchster Qualität verbunden wird. Man nimmt also eine natürliche Erde und verfeinert sie. Das Ergebnis davon, so unromantisch es auch ist, kann physikalisch instabil sein oder Verunreinigungen enthalten. Weshalb es sehr wichtig ist auch bei diesen Pigmenten nur die besten Sorten zu verwenden.
 
Synthetische anorganische Pigmente
Wenig überraschend wurde über Tausende von Jahren versucht verbesserte Pigmente durch die Einführung chemischer Prozesse herzustellen. Viele Erdfarben sind daher Mischungen aus Eisenoxid und Mangan- oder Magnesiumsalzen, deren Einsatz zu höchsten Qualitätsstandards geführt hat.
Zwischen 1780 und 1900 entdeckten Chemiker schrittweise, dass auf Zink, Chrom, Kobalt, Mangan, Titan und vor allem Cadmium basierende Verbindungen der Grundstein für einige der brillantesten und langlebigsten Farben sind.
 
Organische Pigmente 
Organische Pigmente werden ebenfalls in natürliche organische und synthetische organische Pigmente unterteilt.
 
Natürliche organische Pigmente
Diese Pigmente kommen in der Natur als „Tier-“ oder „Pflanzenfarben“ vor. 
Manche historisch wichtigen Pigmente, wie das farbkräftige Indischgelb aus dem Urin von mit Mango gefütterten Kühen, wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts durch die breite Palette von synthetischen Pigmenten ersetzt. Obwohl der Name Indischgelb immer noch für Farben verwendet wird, ist diese Farbe durch synthetische Alternativen längst ersetzt worden.
 
Zur Gruppe der organischen Pigmente zählen auch Farben aus löslichen Farbstoffen (Färbemitteln) die auf Substrate fixiert wurden wie  der aus der Krappwurzel gewonnene Krapplack. Dieses Pigment wurde allerdings ab 1868 durch das synthetische Alizarin (Alizarin-Krapplack) verdrängt. 
 
Ein weiteres Beispiel ist auch Indigo welches aus der Indigopflanze gewonnen wird und ab 1878 durch synthetischen Indigo ersetzt wurde.
 
Synthetische organische Pigmente
Von der Renaissance bis zur Moderne sind große historische Perioden der Kunst häufig mit der Verfügbarkeit neuer Pigmente und neuer künstlerischer Erkenntnisse verknüpft. Fortschritte in der Farbwissenschaft haben Farbe aus einer eher dekorativen Rolle in eines der grundlegendsten Themen der modernen Kunst transformiert. Die Entwicklung synthetisch organischer Pigmente ist nicht unwesentlich dafür verantwortlich.
 
Grundsätzlich wird bei synthetisch organsichen Pigmenten zwischen zwei Typen unterschieden: 
AzoPigmente, welche von aus Teerprodukten erzeugten Azofarbstoffen hergestellt werden, sowie Polycyclische Pigmente, deren Hauptanteil aus Kupfer und Phthalocyanin, welches sich aus der Phthalsäure ableitet, besteht.
 
Mit organischen Pigmenten lassen sich im Gegensatz zu anorganischen Pigmenten deutlich höhere Farbstärken und brillantere Farbtöne erzielen. Aufgrund der im Vergleich zu anorganischen Pigmenten sehr geringen durchschnittlichen Teilchengröße besitzen sie aber eine geringere Deckkraft und sind deshalb transparenter.

 

Pigmentkennzeichnung

Colour Index:
Der Colour Index (kurz C.I.) ist ein seit 1925 existierendes Nachschlagewerk aller gebräuchlichen Farbmittel und Farbstoffbasis-Chemikalien und gilt als Standardwerk auf dem Gebiet der Pigment- und Farbstoffchemie.

 
Colour Index Name:
Der C.I.-Name besteht aus dem Kategorie Bezeichner für Farbstoff (F) oder Pigment (P), dem allgemeinen Farbton und einer Seriennummer für Modifikationen. Zum Beispiel PB15.1, Phtaloblau, steht für ein spezifisches blaues Pigment mit rötlichem Ton.
 
Colour Index Nummer:
Hier sind die Farbmittel aufgrund chemischer Eigenheiten in Nummern sortiert. Man kann somit aufgrund dieser Nummer grobe Aussagen zur chemischen Charakterisierung der Farbstoffe und Pigmente treffen. Die C.I. Nummer wird in amtlichen Verordnungen verwendet. Zum Beispiel hat Phtaloblau die Nummer C.I. 74160
 
... Jede unserer Farben wird durch Pigmenttyp, Colour Index Name sowie Index Nummer gekennzeichnet.